„Von der Schule zum Beruf – Ein Projekt zur Stärkung der Persönlichkeit im Übergang von der Schule zum Beruf“

Das Projekt „Von der Schule zum Beruf“, welches im August 2018 startete, richtet sich an alle Jugendlichen, die auf der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz sind. Unser Hauptaugenmerk liegt dabei auf benachteiligten Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

Wir freuen uns aber über jeden Jugendlichen, dem wir auf dem meist etwas holprigen Weg in eine Ausbildung behilflich sein können. Gerade bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund bestehen oft erhebliche Informationsdefizite und fehlt eine individuelle Unterstützung in der Gesellschaft und/oder Familie. Um den Übergang von der Schule zum Beruf zu erleichtern bieten wir Jugendlichen die Möglichkeit sich mit unserer Unterstützung eine geeignete Berufsperspektive aufzubauen und sich für eine passende Ausbildung zu bewerben. Gefördert wird das Projekt von der Rhein Energie Stiftung.

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Ziel unseres Projektes ist es Jugendlichen zu einem Ausbildungs- und/oder Praktikumsplatz zu verhelfen. Durch eine individuelle Förderung, einer intensiven Beschäftigung mit dem Thema Berufseignung sowie einer Umfassenden Unterstützung während des gesamten Bewerbungsprozesses, werden die Chancen für die Vermittelbarkeit auf dem Arbeitsmarkt enorm erhöht.

Das Projekt umfasst dabei Maßnahmen zur Stärkung der Persönlichkeit, zur persönlichen Potentialanalyse, zur Perspektivenentwicklung, zur aktiven Suche nach freien Ausbildungsplätzen sowie Maßnahmen zum erstellen von Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Anschreiben, Motivationsschreiben…).

Außerdem bieten wir den Jugendlichen individuelle Hilfestellungen zur Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche an. Dazu unterstützen wir sie bei  der Recherche über den Beruf und Betrieb und fördern ein selbstsicheres Auftreten.

Dezember-Januar: Persönlichkeitsstärkung, Bedarfsklärung & Interessenfindung

Die Treffen mit den Jugendlichen erfolgen im Normalfall ein Mal die Woche (momentan Montags), in den Räumlichkeiten der JHA in Porz. Im Dezember und Januar haben wir unseren Fokus auf die Bedarfsklärung und Interessensfindung gelegt, so dass die Jugendlichen sich nun einen genaueren Plan zu Recht gelegt haben, wann und wo sie sich gerne bewerben möchten. Einige Teilnehmer/innen hatten bereits klare Vorstellungen von ihrer Berufsorientierung und andere eher weniger. So wurde vorab mit jedem/jeder Jugendlichen besprochen wo er gerade steht und was für Interessen er mitbringt. Dafür wurden vor allem bereits absolvierte Praktika in den Blick genommen und daraufhin reflektiert, ob diese Berufsfelder einer Option für eine Ausbildung sein könnten. Gerade bei den Jugendlichen, die sich noch unklar darüber sind in welchem Bereich sie gerne arbeiten würden, wurde eine intensivere Interessensfindung durchgeführt. Zudem haben wir eine Stärken-Schwächen-Analyse durchgeführt, die den Jugendlichen Selbstvertrauen gibt und Ihnen eine selbstbewusste Darstellung ihres Könnens ermöglicht. Die Herausarbeitung der Stärken wurde später auch im Anschreiben oder Motivationsschreiben der Bewerbungen verwendet und hilft den Jugendlichen sich selbst besser einzuschätzen und sich in Vorstellungsgesprächen adäquat darzustellen.

Januar: Aktives anschauen spezifischer Berufe

In den wöchentlichen Treffen wurden außerdem allgemeine Fragen zu Berufsbildern besprochen und in der Gruppe diskutiert. Hierbei sollten die Teilnehmer ebenfalls äußern, welche Unterstützung sie von der JHA benötigen bzw. welche spezifischen Fragen sie im Übergang von der Schule zum Beruf haben. Einige Beispiele sollen hier aufgeführt werden:

  • Recherche freier Ausbildungsplätze
  • Anforderungen/Bewerbungskriterien
  • Erstellen/Überarbeiten von Lebensläufen
  • Anschreiben formulieren
  • Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche
  • Auswahlverfahren bei Bewerbungen
  • Bewerbungsverfahren

Um den Jugendlichen die einzelnen Schritte im Bewerbungsprozess zu vereinfachen, wurden Arbeitsblätter und Checklisten erstellt, an denen sie sich orientieren können.

Januar, Februar: Aktive suche nach freien Ausbildungsstellen & Bewerbungen schreiben

Nach der Interessensfindung wurde nun der aktive Bewerbungsprozess gestartet und mit jedem/jeder Jugendlichen ein aktueller Lebenslauf erstellt oder ein bestehender aktualisiert, sowie aktiv nach freien Ausbildungsplätzen gesucht. Hierfür haben wir auf verschiedenen Internetportalen nach Inseraten recherchiert. Herausgesucht wurden vorerst meist drei bis vier Betriebe, bei denen sich der jeweilige Jugendliche dann mit dem individuell erstellten Unterlagen (Lebenslauf, Anschreiben, Zeugniskopien) beworben hat. Beim erstellen der Anschreiben wurde vorab mit den Jugendlichen besprochen, was alles in ein Anschreiben muss und wie dieses aufgebaut ist. Die Jugendlichen haben hier schon einige Fortschritte gemacht und sind nun um einiges Selbständiger beim Erstellen einer Bewerbung geworden. Zu dem konnten teilweise schon Praktikumsplätze der Einladungen zum Vorstellungsgespräch erlangt werden. Mit einigen Jugendlichen wurden zu dem Termine für einen Besuch bei der Agentur für Arbeit gemacht, um deren Jobbörse als weitere Suchmöglichkeit zu nutzen. Hier besteht die Möglichkeit nochmals Persönlichkeitstests mit den Teilnehmern durchzuführen oder individuelle gegeben falls erforderliche Hilfen während der Ausbildung zu beantragen.

Am 09.02.2019 haben wir die Ausbildungs- und Studienmesse „Einstieg“ in Köln-Deutz besucht. Vorort haben sich 270 Unternehmen und Hochschulen mit ihrem Studien- und Ausbildungsangeboten  vorgestellt. Für die jugendlichen Besucher eine optimale Gelegenheit, um sich an einem Ort über die Berufswahl zu informieren, persönliche Kontakte zu knüpfen und Tipps für die Bewerbung zu sammeln. Die Jugendlichen hatten hier die Möglichkeit sich persönlich mit verschiedenen Berufsfeldern auseinander zu setzen und fragen zu den Ausbildungsinhalten, Anforderungen sowie dem Arbeitsalltag zu stellen. Dies war vor allem für die Motivationssteigerung der Jugendlichen sehr hilfreich. Außerdem konnten die Jugendlichen hier das Führen von Gesprächen über und so Sicherheit darin erlangen, was eine gute Übung für Vorstellungsgespräche darstellt.

Mit einigen Teilnehmern konnten bereits Bewerbungen geschrieben und verschickt werden. Insgesamt haben alle Jugendlichen ihren Interessensschwerpunkt gefunden und Selbstsicherheit im Bewerbungsprozess erlangt. Außerdem wissen die Jugendlichen nun auf welche Aspekte sie bei einer Bewerbung achten müssen und was eine ordentliche Bewerbung beinhalten muss. Momentan warten wir noch auf eine Rückmeldung der Betriebe und sind fleißig dabei, weitere Bewerbungen zu verschicken und Praktika/Minijobs zu organisieren.

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